Filmtipp: Die Lückenschließer - Osteuropäische Arbeitskräfte als Motor für unsere Wirtschaft

Arte

Noch bis zum 08. September 2021 gibt es den Dokumentarfilm "Die Lückenschließer - Osteuropäische Arbeitskräfte als Motor für unsere Wirtschaft" von Jens Niehuss in der Arte-Mediathek zu sehen.

Jedes Jahr kommen gut 500.000 Saisonarbeiterinnen und -arbeiter aus Rumänien und Bulgarien zum Arbeiten nach Westeuropa. Ohne sie wären die Bauern aufgeschmissen. Auch auf Deutschlands Baustellen ist jeder vierte Arbeiter Osteuropäer und in Krankenhäusern, im IT-Bereich und anderen Branchen schließen Fachkräfte aus Osteuropa die Lücken auf den Arbeitsmärkten. Fachleute bestätigen, dass die deutsche Wirtschaft seit Jahren erheblich von dieser Wanderbewegung profitiert. Doch was bedeutet das für die Heimatländer?

In Rumänien und Bulgarien hat die Abwanderung von Fachkräften in vielen Bereichen drastische Folgen. Um den Mangel auf dem Bau aufzufangen, vergibt Rumänien inzwischen beispielsweise Arbeitsvisa an asiatische Bauarbeiter, damit überhaupt noch gebaut werden kann und die Infrastruktur nicht völlig zum Erliegen kommt. Weil so viele Mediziner*innen nach Westeuropa ausgewandert sind, müssen in der Pandemie sogar Ärztinnen und Ärzte aus dem Ruhestand zurückgeholt werden und so leitet in Bulgarien eine 82-jährige eine Corona-Station.

Die Dokumentation geht anhand von Fallbeispielen der Frage nach, wer die Gewinner und wer die Verlierer der Arbeitsmigration von Ost- nach Westeuropa sind.

Hier geht es zum Film auf Arte.

Hier finden Sie den Film auf YouTube.

Ankündigung: Seminarreihe „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger“

EU-Gleichbehandlungsstelle

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege e. V. (BAGFW) und die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer (EU-GS) bieten seit 2020 eine Online-Seminarreihe für Beraterinnen und Berater unter dem Titel „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger“ an. Im September/Oktober 2021 wird die Seminarreihe fortgesetzt.
Die Seminare basieren auf der Informationsbroschüre „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Angehörige des EWR und der Schweiz“, die die BAGFW und EU-GS 2019 gemeinsam herausgegeben haben. Die Broschüre und die dazugehörigen Flyer zu den sechs Themen (in 10 EU-Sprachen) für die Beratungsarbeit stehen hier zum Download zur Verfügung.

Die sechs Themen, die in der Online-Seminarreihe präsentiert werden:

1. EHIC- Europäische Krankenversicherungskarte
2. Zugang zur gesetzlichen Krankenversicherung und  Versicherungspflicht
3. Private Krankenversicherung
4. Familienversicherung
5. Beitragsschulden in der Krankenversicherung
6. Personen ohne Versicherungsschutz

Bei Interesse an einer Teilnahme an der Online-Seminarreihe im September/Oktober 2021 melden Sie sich bitte unter eu-gleichbehandlung@bk.bund.de. Die Anmeldemöglichkeit erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Die sechs kostenfreien Seminare bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln besucht werden. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Quelle: EU-Gleichbehandlungsstelle

Handbuch für bulgarische Beschäftigte „Na Gurbet“ und Info-Video

BEMA

Das Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit BEMA hat gemeinsam mit der bulgarischen Arbeitsinspektion wichtige Informationen zum Thema Entsendung für Arbeiter*innen aus Bulgarien zusammengefasst, v.a. für die Branchen Bauwesen, Verkehr und Pflege. Zudem wurde ein Info-Video mit einer Ratsuchenden produziert. Das Handbuch ist in bulgarischer Sprache kann hier heruntergeladen werden.

Leichter Zuwachs bei ausländischen Beschäftigten in Sachsen-Anhalt – Dennoch steigt der Bedarf weiter an

pixabay

Die Zahl der ausländischen Beschäftigten in Sachsen-Anhalt ist zwischen September 2019 und September 2020 um 5,8 Prozent gestiegen, die meisten von ihnen kamen aus der EU.

Laut einem dpa-Bericht in der „Volksstimme“ (2. August 2021) befinden sich in Sachsen-Anhalt nach bisher vorliegenden Zahlen knapp 37.700 ausländische Beschäftigte in einem sozialversicherungspflichtigen Job. Damit beträgt der Anteil der Ausländer an der Gesamtzahl 4,7 Prozent, wie es unter Berufung auf einen Sprecher der Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen der Bundesagentur für Arbeit heißt. Landesweit waren den Angaben nach im September 2020 insgesamt 801.700 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

Dabei sank die Zahl der deutschen Beschäftigten zwischen September 2019 und September 2020 laut Statistik um 1,2 Prozent, zugleich stieg die Zahl der ausländischen Beschäftigten in dem Zeitraum um 5,8 Prozent an. Die meisten der ausländischen Arbeitnehmer in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung seien aus Staaten der Europäischen Union gekommen. Das waren den Angaben zufolge 19.700 Menschen, und zwar vor allem aus Polen (8.800) und Rumänien (3.100). Es folgten Beschäftigte aus Asien (9.200) und Afrika (2.500).

Laut Regionaldirektion wird die demografische Entwicklung auch künftig zu einem wachsenden Bedarf an Arbeitskräften in Sachsen-Anhalt beitragen. So gingen immer mehr Menschen in den Ruhestand als junge Menschen für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stünden. Unternehmen suchten händeringend vor allem nach Fachkräften, aber nicht nur.

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sagt voraus, dass mit Ausnahme von Berlin und Hamburg die Zahl der Erwerbspersonen in allen Bundesländern bis zum Jahr 2040 rückläufig sein wird, besonders stark in den östlichen Bundesländern. Ein besonders hoher Fachkräftemangel ergibt sich dem IAB zufolge vor allem in Mechatronik-, Energie- und Elektroberufen, in der Informatik-, Informations- und Kommunikationsbranche sowie im Gesundheitswesen.

Kontakt: Bundesagentur für Arbeit/Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen, Besucheradresse: Frau-von-Selmnitz-Straße 6, 06110 Halle (Saale), Telefon: +49 345 1332-0

Quelle: Integrationsportal Sachsen-Anhalt

Ankündigung: Online Fachgespräch "Update: Die Arbeitsbedingungen mobiler Beschäftigter in der Baubranche"

pixabay

Am 9. September 2021 lädt das Berliner Beratungszentrum für Migration und Gute Arbeit BEMA ein zum online-Fachgespräch "Update: Die Arbeitsbedingungen mobiler Beschäftigter in der Baubranche".

Die Beratungspraxis zeigt, dass für eingewanderte und mobile Beschäftigte das Risiko der Arbeitsausbeutung in der Baubranche weiterhin hoch ist. Arbeitsrechtsverstöße wie Mindestlohnunterschreitung, Sozialleistungsbetrug und Scheinselbstständigkeit sind keine Seltenheit und auch Fälle von strafrechtlich relevanter Zwangsarbeit bis hin zu Menschenhandel werden Beratungsstellen wie dem BEMA bekannt.

Atypische Beschäftigung, unübersichtliche Subunternehmerketten und unzureichende Kontrollen begünstigen die Ausbreitung dieser Verhältnisse. Darüber hinaus können migrationsbezogene Faktoren die Rechtsdurchsetzung und Organisierung erschweren. Geringere Kenntnis des deutschen Rechtssystems und hiesieger Institutionen, sprachliche Hürden oder fehlende soziale Netzwerke erhöhen die Abhängigkeit vom Arbeitgeber.

Im Rahmen des Fachtags gibt das BEMA einen Überblick über die Situation migrantischer Arbeiter*innen in der Baubranche und diskutiert:

  • Welche Risikofaktoren für Ausbeutung bestehen in der Baubranche?
  • Welche branchenspezifischen Faktoren erschweren die Durchsetzung individueller und kollektiver Rechte der Arbeiter*innen?
  • Welche Strategien in der arbeitsrechtlichen Beratung funktionieren?
  • Welche Maßnahmen sind notwendig, um Ausbeutung vorzubeugen und Arbeitsrechte in der Baubranche zu stärken?

 

Beiträge

14:45 Uhr Ankommen

15:00 Uhr Begrüßung Birgitta Wodke, BEMA | Moderation: Anna-Katharina Dietrich, BEMA

15:10 Uhr Grußwort, Christian Hoßbach, Vorsitzender DGB Bezirk Berlin-Brandenburg

15:15 Uhr Branchenpolitische Herausforderungen: Situation der Beschäftigten, gewerkschaftliche und politische Maßnahmen, RA Antonius Allgaier, IG BAU

15:45 Uhr Nachts sind alle Katzen grau oder wie essentiell die Transparenz in der Baubranche ist – Perspektiven aus der Beratung, Dr. Irina Lazarova, BEMA

16:05 Uhr Anwerbestrukturen und Arbeitsausbeutung in der Baubranche, Anja Smasal, BEMA

16:25 Uhr Herausforderungen in der Bekämpfung nicht angemeldeter Erwerbstätigkeit aus Sicht der Soka-Berlin, Christine Heydrich, Sozialkasse des Berliner Baugewerbes

16:40 Uhr Diskussion und Austausch

 

Das Fachgespräch wird als zoom-Konferenz stattfinden. Das BEMA bittet um Anmeldung bis zum 06.09.2021 über das Formular: LINK.

EUmigra-Werkstatt-Reihe: Informations- und Beratungsarbeit zielgruppengerecht(er) gestalten

Joseph Mucira auf pixabay

Noch Plätze zu vergeben:

Für unsere zweiteilige EUmigra-Werkstatt-Reihe: „Informations- und Beratungsarbeit zielgruppengerecht(er) gestalten“ im Rahmen der Interkulturellen Woche 2021 der Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e.V. sind noch ein paar wenige Restplätze zu vergeben. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die EUmigra-Werkstatt-Reihe in Kooperation mit Blickpunkt:Migrantinnen besteht aus folgenden Online-Seminaren:

1. Beratungs-Arbeit in und mit sozialen Medien: 28. September 2021, 9:00-12:30 Uhr; online

Aufsuchende Arbeit in Zeiten digitaler Kommunikation: Wie können Beratungs- und Informationsangebote ihre Zielgruppen in sozialen Medien erreichen? Wie kann der Zugang zur Zielgruppe funktionieren und was muss ich bei der Arbeit in und mit sozialen Medien beachten?
Mit Nicoleta Bădulescu („Migrationsberatung 4.0 - Aufsuchende Beratung zum Thema Arbeiten in den sozialen und digitalen Medien“) und Taissiya Sutormina („Fem.OS - Aufsuchende Beratung in den sozialen Medien für Migrantinnen aus Drittstaaten“)

2. Einfache Bildsprache: 14. Oktober 2021, 9:00-12:30 Uhr; online

Gute Kommunikation auch ohne (gute) Sprachkenntnisse: Wie kann der Textanteil in der Informationsvermittlung reduziert werden und gleichzeitig viel und eindeutig kommuniziert werden? Wie können Bilder und Piktogramme gestaltet werden, damit meine Zielgruppe sie versteht? Und (wie) kann ich das selbst machen?
Mit Angelika Güc, Grafikerin, Fotografin und Bildsprache-Expertin.

Die beiden Veranstaltungen greifen ergänzend ineinander. Die Teilnahme an beiden Veranstaltungen ist wünschenswert, jedoch nicht zwingend.

Bitte senden Sie zur verbindlichen Anmeldung eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten sowie dem Teilnahmewunsch an der Werkstatt 1 und/oder 2 an diana.pfeifer@agsa.de oder kontakt@blickpunkt-migrantinnen.de.

EuGH-Urteil: Ausschluss von der Krankenversicherung für nicht-erwerbstätige EU-Bürger*innen ist europarechtswidrig

Foto: Gerichtshof der Europäischen Union

Der EuGH hat am 15. Juli 2021 in einem Urteil entschieden, dass Unionsbürger*innen, die über kein anderes Freizügigkeitsrecht als das für nicht-erwerbstätige verfügen, in einem anderen Unionsstaat nicht kategorisch vom öffentlichen Gesundheitssystem ausgeschlossen werden dürfen. Dieses Urteil hat zur Folge, dass auch die deutsche Rechtslage überprüft werden müsste.

Nach dem deutschen Recht sind Unionsbürger*innen von jeder Versicherungsmöglichkeit im Gesetzlichen Krankenversicherungssystem ausgeschlossen, wenn für ihr Aufenthaltsrecht ein Krankenversicherungsschutz ausdrücklich vorausgesetzt wird (§ 5 Abs. 11 S. 2 SGB V). Erfasst von diesem Ausschluss sind EU-Bürger*innen, die über kein anderes Freizügigkeitsrecht als das für Nicht-Erwerbstätige gem. § 4 FreizügG verfügen. In diesem Fall sind sie nach deutscher Rechtslage vom Zugang zur „Auffangversicherung“ gem. § 5 Abs. 1 Nr. 13 i. V. m. § 5 Abs. 11 SGB V ausgeschlossen.
Auch eine Freiwillige Weiterversicherung gem. § 9 Abs. 1 SGB V ist, trotz Erfüllung der Vorversicherungszeiten, nach der Rechtsauffassung des GKV-Spitzenverbands für Nicht-Erwerbstätige Unionsbürger*innen ausgeschlossen. Der Basistarif der Privatversicherung (§ 193 VVG) wird für diesen Personenkreis ebenfalls abgelehnt, da sie dem Grunde nach nicht der Privatversicherung zuzuordnen seien und außerdem wegen des fehlenden KV-Schutzes kein rechtmäßiger Aufenthalt vorliege.

In der Folge sind nicht-erwerbstätige Unionsbürger*innen in Deutschland sowohl vom gesetzlichen als auch vom privaten Krankenversicherungssystem kategorisch ausgeschlossen.

Nach der EuGH-Entscheidung ist dies unionsrechtswidrig. Der EuGH hat im Fall eines italienischen Staatsbürgers in Lettland entschieden, „dass ein Mitgliedstaat nach seinen nationalen Rechtsvorschriften einem Unionsbürger, der nach Art. 11 Abs. 3 Buchst. e der Verordnung Nr. 883/2004 den Rechtsvorschriften dieses Mitgliedstaats unterliegt, den Beitritt zu seinem öffentlichen Krankenversicherungssystem nicht verweigern darf.“ (C-535/19). Diese Beitrittsmöglichkeit müsse zwar nicht kostenlos erfolgen, da für das Freizügigkeitsrecht das Vorhandensein eines KV-Schutzes vorausgesetzt werde. Allerdings sei der Mitgliedsstaat verpflichtet, bei der Kostenbeteiligung über die „Wahrung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit zu wachen und mithin dafür zu sorgen, dass es für diesen Bürger nicht übermäßig schwierig ist, diese Voraussetzungen zu erfüllen.“ In Deutschland wären weder die Auffangversicherung noch die Freiwillige Versicherung kostenlos, da auch für Nicht-Erwerbstätige der Mindestbeitrag von etwa 200 Euro anfallen würde. Das dürfte demnach auch zulässig sein. Der kategorische Ausschluss durch die Regelung des § 5 Abs. 11 S. 2 SGB V ist indes europarechtswidrig.

Quelle: Der Paritätische Gesamtverband

Mehrsprachige Vernetzung in den Sozialen Medien

EUmigra bietet mit der Präsenz des Projektes auf Facebook in bisher sieben Sprachen die Möglichkeit zum Informationsaustausch rund um die zentralen Anliegen von EU-Bürgerinnen und -Bürgern in Deutschland. Neben der Bereitstellung relevanter Informationen zum Leben und Arbeiten in Deutschland findet eine direkte Kommunikation mit den mehrsprachigen europäischen Communities statt. Bisher gibt es die EUmigra-Facebook-Seiten auf Bulgarisch, Italienisch, Kroatisch, Polnisch, Rumänisch, Spanisch und Deutsch.

Monika Górka betreibt im EUmigra-Team den nachfragestärksten polnischen Facebook-Account. Dieser informiert die polnische Community mit kleinen wissenswerten Beiträgen zu Themen wie Krankenversicherung, Beratungsstrukturen, Sprachförderung etc. – eben alles, was das Leben und Arbeiten für Unionsbürger*innen in Deutschland betrifft.

Täglich melden sich Polen über die Nachrichtenfunktion und tragen ihre persönlichen Fragen und Bedürfnisse an Frau Górka heran. Auf diese geht sie dann individuell ein und berücksichtigt diese in der Themenauswahl ihrer Posts. „Das Besondere ist, dass wir hautnah die Sorgen und Bedürfnisse der Polen in Sachsen-Anhalt wahrnehmen und für das Projektmonitoring berücksichtigen können“, so Górka. Tatsächlich sind diese Rückkopplungen der realen Bedarfe der EU-Angehörigen an die Projektaktivitäten ein Alleinstellungsmerkmal der Facebook-Communities von EUmigra.

Auch wenn die stärkste Nachfrage bisher bei der Facebook-Seite der Polen liegt, die hoch frequentiert Beiträge liefert, ist der Ausbau der Informationsfrequenz und -tiefe auch bei den anderssprachigen Schwester-Accounts angestrebt.

Hier finden Sie EUmigra bei Facebook:

Deutsch
Bulgarisch
Italienisch
Kroatisch
Polnisch
Rumänisch
Spanisch
Ungarisch

Serviceübersicht von Blickpunkt: Migrantinnen in diversen EU-Sprachen

pexels-photo

Das Verbundprojekt Blickpunkt: Migrantinnen. Fach- und Servicestelle für die Arbeitsmarktintegration migrantischer Frauen in Sachsen-Anhalt hat nun seine „Handkarte für Migrantinnen“ (Zweiseitenfaltblatt) in vielen einschlägigen EU-Sprachen zur Verfügung gestellt.

Die „Handkarte für Migrantinnen“ umfasst die Anlauf- und Servicestelle (CARITAS; Beratung und Begleitung) sowie den Qualifizierungsbereich.

Sie wird in den folgenden Sprachen zur Verfügung gestellt:

 

Das Verbundprojekt Blickpunkt: Migrantinnen – Fach- und Servicestelle für die Arbeitsmarktintegration migrantischer Frauen in Sachsen-Anhalt zielt auf die nachhaltige Verbesserung der Arbeitsmarktintegration migrantischer Frauen ab.
Zu diesem Zweck entwickelt es flexible und kostenfreie Beratungs-, Begleit- und Coachingmaßnahmen bzw. -module für migrantische Frauen. Zudem nimmt "Blickpunkt: Migrantinnen" strukturelle Hürden in den Blick und treibt die Sensibilisierung von Arbeitsmarktakteur*innen für die Situationen und Bedarfe der Zielgruppe voran.

Der Flyer „Gesamtangebot des Angebotes“ umfasst die Anlauf- und Servicestelle, den Qualifizierungsbereich/ Module sowie die wissenschaftliche Begleitung (MINOR).

Europawoche: Positionen-Check #Unionsbürgerschaft - Onlinegespräch zum Wahlkompass Sachsen-Anhalt

Im Rahmen der Europawoche hatte die Online-Gesprächsveranstaltung der AGSA e.V. unter Beteiligung von EUmigra am 6. Mai 2021 Vertreter*innen von Parteien zum Gespräch eingeladen, um über die Gruppe der Unionsbürger*innen sowie Antidiskriminierung, Teilhabe und Partizipation ins Gespräch kommen.

Die drei Netzwerke AGSA, LAMSA und Aktionsbündnis muslimischer Frauen haben in ihren jeweiligen Strukturen Mitgliederbefragungen durchgeführt und die Ergebnisse in den Wahlkompass zur Landtagswahl #Antidiskriminierung #Partizipation #Teilhabe eingebracht, einen umfangreichen Fragenkatalog, der den in Sachsen-Anhalt kandidierenden Parteien zur Beantwortung und Positionierung vorgelegt wurde. Sechs Parteien konnten wir für die Beantwortung der 24 Fragen gewinnen. Deren Vertreter*innen und Kandidat*innen zur Landtagswahl kamen im Postionencheck #Unionsbürgerschaft zu Wort:

- Tobias Krull (MdL, CDU Sachsen-Anhalt, Landtagsausschuss Arbeit, Soziales und Integration, Vorsitzender des CDU-Kreisverbandes Magdeburg)
- Dr. Katja Pähle (MdL, SPD Sachsen-Anhalt, Fraktionsvorsitzende im Landtag, Spitzenkandidatin zur Landtagswahl)
- Henriette Quade (MdL, DIE LINKE. Sachsen-Anhalt, Landtagsausschuss für Inneres und Sport)
- Susan Sziborra-Seidlitz (Landesvorsitzende BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN 90/DIE GRÜNEN Sachsen-Anhalt - angefragt)
- Guido Kosmehl (FDP Sachsen-Anhalt, Landesvorstand, stellv. Vorsitzender des FDP-Kreisverbandes Anhalt-Bitterfeld, Kandidat zur LTW)
- Arturas Miller (Klimaliste Sachsen-Anhalt)

Im Publikum fanden sich Vertreter*innen von u.a.:

- Arbeit und Leben Sachsen-Anhalt
- AWO Landesverband Sachsen-Anhalt
- Caritasverband für das Bistum Magdeburg e.V.
- Centro Italiano Magdeburg - CIMA e.V.
- Deutsch-Bulgarische Soziokulturelle Vereinigung e.V.
- Deutsch-Polnische Gesellschaft Sachsen-Anhalt e.V.
- Junge Europäische Föderalisten Sachsen-Anhalt
- Landkreis Stendal
- Otto von Guericke Universität Magdeburg
- ungarn mitten in Sachsen-Anhalt e.V.
- Zentrum für Interdisziplinäre Polenstudien

Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden der AGSA, Gerhard Miesterfeldt, und einer einleitenden Vorstellung der Fach- und Servicestelle EU-Migration EUmigra durch Projektleiter Dr. Ernst Stöckmann und Projektmitarbeiterin Monika Górka wurden zu den Themenkomplexen Arbeit und Kultur, Politische Partizipation und Antidiskriminierungspolitik je zwei Kandidat*innen gelost, die jeweils einen max. 5-minütigen Input entlang der Leitfragen gaben. Anschließend erfolgte eine Diskussion mit den anderen Kandidat*innen und dem Publikum (via Wortmeldung und Chat).

Die Diskussion legte gravierende Handlungsbedarfe offen und berührte damit einschlägige Problemfelder der bundesweiten Diskussion zum Thema Gleichstellung und Teilhabe von Unionsbürger*innen in Sachsen-Anhalt.

Rumänische Saisonarbeitnehmende haben ein Recht auf faire Arbeitsbedingungen

Pexels

Saisonarbeit ist nicht neu, aber die Covid-19-Pandemie hat überall in Europa die Situation von Saisonbeschäftigten in der Landwirtschaft in den Fokus gerückt. Neben Grenzschließungen, die sowohl die Ausreise aus den Entsendeländern als auch die Ankunft in den Aufnahmeländern behinderten, erhielten unsichere Reise-, Unterkunfts- und Arbeitsbedingungen eine breite Aufmerksamkeit von Medien, sozialen Akteuren und Behörden.

Seitdem BNS (Blocul National Sindical, Nationaler Gewerkschaftsblock Rumänien) mit einem eigenen Informations- und Beratungszentrum für im Ausland arbeitende Rumänen Partner der Beratungsstrukturen „Faire Mobilität“ des DGB geworden ist, haben wir uns mit Situationen befasst, die nicht nur durch Covid-19 verursacht wurden, sondern mit der Anwerbung und der Rolle von Vermittlern, ausbeuterischer Beschäftigung und unangemessenen Wohnverhältnissen, Gesundheits- und Sicherheitsproblemen zusammenhängen. Angesichts vieler Fälle, die spezifische Interventionen erforderten, hat BNS mehrere Partnerschaften mit nationalen öffentlichen Institutionen und Organisationen entwickelt. Wir haben politische Vorschlägen für die nationale Ebene gemacht und werden dies auch in Zukunft weiterhin tun.

Saisonarbeit aus Rumänien ist seit dem letztem Jahr viel sichtbarer geworden. Die rumänische Regierung hatte – auf Bitten der eigenen Bevölkerung und auf Druck aus Deutschland und Österreich, die Erntehelfer_innen und Pfleger_innen brauchten – Saisonarbeitende vom Reiseverbot ausgenommen. Diese Arbeiter_innen schickten ihren Familien im letzten Jahr 6,6 Milliarden Euro. Das ist fast ein Drittel mehr als die ausländischen Direktinvestitionen, die Rumänien erhält. Grenzüberschreitende Arbeitnehmende, wie entsandte Beschäftigte, Saisonarbeitende, Leiharbeitende oder andere mobile und Wanderarbeiter_innen, machen einen wesentlichen Teil der europäischen Arbeitskräfte aus. Sie sind aber nach wie vor die am wenigsten geschützten, am schlechtesten bezahlten und am meisten gefährdeten Beschäftigten.

Zum Beitrag auf FORUM MIGRATION (Mai 2021) hier

Veranstaltungsrückblick EUmigra-Auftaktveranstaltung

Gleichberechtigt und trotzdem diskriminiert?

Realitäten der sozialen und Arbeitsmarktintegration von EU-Bürgern in Deutschland

EUmigra-Auftaktveranstaltung als Vortrag und Diskussion mit Dr. Nora Ratzmann (Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung DeZIM e.V., Berlin) im Rahmen der EUmigra-Themenreihe „Gleichgestellt – gleichbehandelt? Wege zu fairen Arbeits- und Lebensbedingungen für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger in Sachsen-Anhalt“ mit 60 Teilnehmenden (17.03.21, 13.00-14.30 Uhr, digital)

Dokumente/Downloads:

- Veranstaltungsrückblick 17.03.2021 AGSA_EUmigra

- Input_Ratzmann_Jobcenter

Neue Termine der Online-Seminarreihe „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger“ der EU-Gleichbehandlungsstelle

Die BAGFW und die Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer (EU-GS) bieten nach der erfolgreichen Seminarreihe 2020 und aufgrund der großen Nachfrage in diesem Jahr zwei Folgen der Reihe zur Gesundheitsversorgung von EU-Bürgerinnen und -Bürgern an. Wir freuen uns, dass wir mit der Reihe offenbar einen großen Fortbildungsbedarf treffen. Die untenstehenden Anmeldelinks werden am 9.03.2021 ab 9.00 Uhr freigeschaltet.

Die kostenfreien Seminare bauen aufeinander auf, können aber auch einzeln gebucht werden. Sie basieren auf der Informationsbroschüre „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Angehörige des EWR und der Schweiz“, die die BAGFW und EU-GS 2019 gemeinsam herausgegeben haben. Die Broschüre und die dazugehörigen Flyer zu den 6 Themen (in 10 EUSprachen) für die Beratungsarbeit stehen hier zum Download zur Verfügung und dienen auch als gute Vorbereitung für die Seminare: https://www.eu-gleichbehandlungsstelle.de/eugs-de/ueber-uns/publikationen

Die Anmeldungslinks sind seit dem 9.03.2021 freigeschaltet!

Kontakt:

Gleichbehandlungsstelle EU-Arbeitnehmer
Arbeitsstab der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration

Bundeskanzleramt
11012 Berlin

eu-gleichbehandlung@bk.bund.de

www.eu-gleichbehandlungsstelle.de

Aktualisiertes Faktenpapier „Zuwanderung zum Zweck der Erwerbstätigkeit“ des Sachverständigenrats für Integration und Migration

Die siebenseitige Kurzübersicht „Zuwanderung zum Zweck der Erwerbstätigkeit. Wichtige Regelungen im Überblick“ in der Fassung vom 01.03.2021gibt einen Überblick über die wichtigsten Regelungen zur Erwerbsmigration für EU-Bürgerinnen und -Bürger und Drittstaatsangehörige – unterteilt nach Personen ohne Berufsausbildung, Personen mit Berufsabschluss, Personen mit Hochschulabschluss sowie Unternehmer/innen Selbständigen und unternehmensintern transferierten Arbeitnehmenden.

Link zur Kurzübersicht

Der Sachverständigenrat für Integration und Migration (SVR) ist ein unabhängiges und interdisziplinär besetztes Gremium der wissenschaftlichen Politikberatung. Mit seinen Gutachten soll das Gremium zur Urteilsbildung bei allen integrations- und migrationspolitisch verantwortlichen Instanzen sowie der Öffentlichkeit beitragen. Dem SVR gehören neun Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen und Forschungsrichtungen an.

Kontakt und weitere Informationen unter: www.svr-migration.de

ZEMIGRA-Arbeitshilfen zur diskriminierungsarmen Sprache und Bildauswahl

Die beiden Handreichungen thematisieren die Schrift- und Bildsprache in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Sie sollen helfen, ein stärkeres Bewusstsein gegenüber Rassismus und anderen Formen der Diskriminierung zu erlangen und im eigenen Arbeitskontext zu vermeiden. Ziel ist es, ein gleichberechtigtes und respektvolles Miteinander zu stärken. Die Handreichungen bieten grundlegende Informationen zur Thematik, Empfehlungen zur Umsetzung diskriminierungssensibler Texte und Bilder sowie gelungene Beispiele aus der Praxis.

Hier geht es zum kostenlosen Download: https://bit.ly/2OFjfCa

Kontakt:

Franziska Wildner
Zentrum für Migration und Arbeitsmarkt (ZEMIGRA)

Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Forschungsinstitut Betriebliche Bildung (f-bb) gGmbH
Stresemannstraße 121|10963 Berlin

Tel.: +49 (030) 417498648

Mail: franziska.wildner@f-bb.de

Web: www.f-bb.de

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