Ziele und Aufgaben


Das im Herbst 2020 ins Leben gerufene Landesprojekt Fach- und Servicestelle EU-Migration Sachsen-Anhalt (EUmigra) verfolgt das Leitziel, die Umsetzung der Rechte von EU-Staatsangehörigen im Rahmen der Freizügigkeit strukturell zu unterstützen. EUmigra führt als Strukturprojekt Bedarfserfassungen durch, vermittelt Impulse zur Strukturanpassung auf Organisations- und politischer Ebene und verfolgt eine multimediale Strategie in der Netzwerk- und Öffentlichkeitsarbeit.

Unionsbürgerinnen und -bürger gehören zur zahlenmäßig stärksten Zuwanderungsgruppe in Sachsen-Anhalt. Ihnen steht es gemäß EU-Recht zu, hier zu arbeiten und zu leben und dabei in allen Bereichen einschließlich Sozialleistungen und Steuervorteilen genauso behandelt zu werden wie die Staatsangehörigen des Aufnahmelandes. Personenfreizügigkeit und EU-Arbeitnehmerfreizügigkeit sind wichtige Säulen fairer Arbeits- und Lebensbedingungen im europäischen Rechtsraum. Sie sind zugleich der Schlüssel für nachhaltige Integration und Lebensqualität.

Jedoch beobachten wir: In der Praxis ist das durch die Unionsbürgerschaft verbriefte Recht auf Gleichbehandlung und Diskriminierungsfreiheit oftmals nicht eingelöst. Diverse Handlungsbedarfe verlangen nach gezielter Steuerung und dies umso mehr, als die Unionsbürger*innen vielen Unterstützungsstrukturen nicht als eigenständige Zielgruppe gelten bzw. ihre vielfältigen Bedarfe noch nicht wahrgenommen wurden.

So ergibt sich für Sachsen-Anhalt durchaus ein Nachholbedarf in Sachen EU-Gleichbehandlung. Er betrifft im Kern die fairen Arbeitsbedingungen der mobilen EU-Beschäftigten und das dazugehörige gute Matching zwischen Arbeitsmarktakteuren, Beratungsstellen und Communities. Er betrifft ebenso die ganzheitliche Betrachtung von Arbeitsmarkt- und sozialer Integration. Darüber hinaus fehlen Brücken der Information, denn neben EU-Amtssprachen besteht ein hoher Bedarf an Informationsmaterialien für Unionsbürger in Regional- oder Minderheitensprachen.

 

Die Fach- und Servicestelle EU-Migration Sachsen-Anhalt ist dem Zusammenspiel guter Arbeits- und Lebensbedingungen verpflichtet, an dem Angehörige der EU und ihre Familien gleichberechtigt wie gleichbehandelt partizipieren sollen.

Unser Selbstverständnis ist das eines neutralen Akteurs und Katalysators. Als Bindeglied zwischen Unterstützungsstrukturen, Arbeitsmarktakteuren und EU-Zugewanderten bzw. ihren Communities sehen wir es als unser Mandat, Strukturen und politischen Akteuren die Bedarfe der hier lebenden und arbeitenden Unionsbürger*innen stärker zu verdeutlichen. Aufgabe ist es, diese migrationspolitisch bedeutsame Zielgruppe auf dem Weg zu einer selbstständigen und selbstverständlichen Wahrnehmung ihrer Rechte und Interessen gut und nachhaltig zu unterstützen.


Gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern auf Landes- und Bundesebene widmen wir uns

  • der Sensibilisierung landesweit vorhandener Beratungsstrukturen für die spezifischen Bedarfe der Angehörigen der Europäischen Union,
  • dem Aufbereiten und Bereitstellen mehrsprachiger Informationsmedien über das Recht auf Arbeitnehmerfreizügigkeit auf der Internetseite https://www.eumigra.de/
  • dem Dialog und der strategischen Vernetzung mit Projektpartnern zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, Politik und migrantischen Communities,
  • dem Monitoring für die EU-migrationsspezifische Beratungslandschaft durch wissenschaftliche Erhebungen und Analysen,
  • der fachlichen Netzwerk- und Gremientätigkeit in Fachveranstaltungen, Vortragsreihen, Workshops und Austauschforen.

Gefördert durch:  Logos der Förderer