Rückblick: Online-Themenforum im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

AGSA thematisiert Diskriminierungserfahrungen von Zugewanderten

Online-Themenforum im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026

Im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2026 veranstaltete die Auslandsgesellschaft Sachsen-Anhalt e. V. (AGSA) im Projekt IKOE – Fachstelle Interkulturelle Öffnung und Kompetenzentwicklung Sachsen-Anhalt gemeinsam mit dem EUMIGRA-Netzwerk ein Online-Themenforum zu Diskriminierungserfahrungen von Zugewanderten im Kontakt mit Behörden und Jobcentern.

AGSA schafft Räume für Austausch und Teilhabe
Mit der Veranstaltung griff die AGSA ein Thema auf, das für ihre Arbeit seit vielen Jahren zentral ist: die Frage, wie Teilhabe, Chancengerechtigkeit und gleichberechtigter Zugang zu gesellschaftlichen Strukturen in einer vielfältigen Einwanderungsgesellschaft konkret verwirklicht werden können.
Als Dachverband zahlreicher Mitgliedsorganisationen und als Akteurin in den Bereichen Integration, Bildung und interkulturelle Öffnung bringt die AGSA unterschiedliche Perspektiven aus Zivilgesellschaft, Beratung und Praxis zusammen. Sie schafft Räume für Austausch, Vernetzung und fachliche Impulse und setzt sich in Sachsen-Anhalt für eine offene, vielfältige und diskriminierungssensible Gesellschaft ein.

Wissenschaft und Praxis im Dialog
Ziel des Themenforums war es, wissenschaftliche Erkenntnisse mit Erfahrungen aus der Praxis zu verbinden und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen, wo strukturelle Hürden bestehen – und was es braucht, um sie abzubauen.
Den fachlichen Einstieg gestaltete Dr. Nora Ratzmann vom DeZIM-Institut. In ihrem Beitrag zeigte sie auf, dass Diskriminierung im Kontakt mit staatlichen Institutionen häufig nicht offen sichtbar ist, sondern sich in Strukturen und Verfahren ausdrückt – etwa durch komplizierte Abläufe, Sprachbarrieren oder unzureichende Unterstützung.
Ergänzt wurde diese Perspektive durch Andreas Hemming von den Halleschen (Hilfe-)Lotsen, der aus der Beratungspraxis berichtete, wie sich solche Hürden im Alltag von Zugewanderten konkret auswirken.

Strukturelle Hürden sichtbar machen
Deutlich wurde, dass rechtliche Gleichstellung allein nicht ausreicht, wenn der Zugang zu Leistungen, Beratung und Teilhabe in der Praxis erschwert bleibt. Gerade hier setzt die AGSA mit ihrer Arbeit an: Sie stärkt interkulturelle Öffnung, unterstützt den Wissenstransfer zwischen Institutionen und Zivilgesellschaft und macht Erfahrungen aus der Praxis sichtbar.
Die Veranstaltung brachte Teilnehmende aus Beratungsstellen, zivilgesellschaftlichen Organisationen, kommunalen Strukturen und der Integrationsarbeit zusammen. Der Austausch zeigte einmal mehr, wie wichtig verlässliche Beratungsangebote, verständliche Kommunikation, interkulturelle Kompetenz und eine diskriminierungssensible Verwaltung sind.

Das EUMIGRA-Netzwerk bleibt aktiv
Auch die Rolle des EUMIGRA-Netzwerks wurde in diesem Zusammenhang deutlich. Das Netzwerk, in dem Mitgliedsorganisationen der AGSA und weitere Akteur*innen der Integrationsarbeit zusammenwirken, bringt die Perspektiven von EU-Zugewanderten in Sachsen-Anhalt in fachliche und gesellschaftliche Debatten ein.
Es steht exemplarisch für das Selbstverständnis der AGSA, Integration nicht isoliert zu betrachten, sondern als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe, die Austausch, Kooperation und starke zivilgesellschaftliche Strukturen braucht.
Auch nach dem Auslaufen des Projekts bleibt das EUMIGRA-Netzwerk als Interessenvertretung von EU-Zugewanderten in Sachsen-Anhalt aktiv und setzt den Austausch zwischen Beratungsstellen, Institutionen und Zivilgesellschaft fort.
Gemeinsam für gerechte Teilhabe

Für die AGSA ist klar: Eine offene und demokratische Gesellschaft braucht Strukturen, die allen Menschen gerechte Zugänge ermöglichen. Dazu gehört auch, Diskriminierung sichtbar zu machen, Erfahrungen ernst zu nehmen und gemeinsam an konkreten Verbesserungen zu arbeiten.

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