Aufgaben

Das Projekt EUmigra reagiert auf dynamische Entwicklungen in unserem Bundesland und steht im Kontext einer zunehmenden interkulturellen Öffnung.

Der Fachkräftemangel führt seit Jahren zur verstärkten Zuwanderung im Rahmen des EU-Freizügigkeitsgesetzes – wobei die Unionsbürgerinnen und -bürger zur zahlenmäßig stärksten Zuwanderungsgruppe in Sachsen-Anhalt gehören. Gemäß der Verordnung über die Freizügigkeit der Arbeitnehmer innerhalb der Union (EU 492/2011) gilt: EU-Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sind in Bezug auf Beschäftigung, Entlohnung und sonstige Arbeitsbedingungen gegenüber deutschen Staatsbürgern gleich zu behandeln. Dabei erstreckt sich die Gleichbehandlung tatsächlich und rechtlich auf alles, was mit der eigentlichen Ausübung einer Tätigkeit im Lohn- oder Gehaltsverhältnis im Zusammenhang steht. Ebenso müssen alle Hindernisse beseitigt werden, die sich der Mobilität der Arbeitnehmer entgegenstellen, insbesondere in Bezug auf die Bedingungen für die Integration der Familie des/r Arbeitnehmers/in im Aufnahmeland.

Jedoch ist das durch die Unionsbürgerschaft verbriefte Recht auf Gleichbehandlung und Diskriminierungsfreiheit in der Praxis nicht durchgehend eingelöst. Hinzu kommt, dass Unionsbürgerinnen und -bürger von Unterstützungsstrukturen oft noch nicht als eigenständige Zielgruppe mit vielfältigen Bedarfen wahrgenommen werden, während sie selbst aufgrund fehlender Selbstverwaltungsstrukturen nicht genügend kommunizieren und politisch repräsentieren.

Erforderlich sind in erster Linie faire Arbeitsbedingungen der mobilen EU-Beschäftigten. Hierzu bedarf es eines intensivierten Matchings zwischen Arbeitsmarktakteuren, Beratungsstellen und Communities. Ebenso fehlen Brücken der Information, denn neben EU-Amtssprachen besteht ein hoher Bedarf an Informationsmaterialien für Unionsbürger in Regional- oder Minderheitensprachen.

 

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